Thomas Schubert schreibt
KÜCHENBILDER

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zum Beispiel:

Es grünt so grün ein dicker Kopf,
nicht etwa weil er sehr malad
oder zuviel Promille intus hat,
sondern ganz einfach nach der Saat
im Beet aufwächst ganz akkurat,
damit am Ende er sehr delikat
nach Hause kommt ins Matriarchat,
wo Frau schon in der Küche ist parat
und ruft: Da habe ich ja endlich
den Salat.

Zuerst mal ist sie grün, dann rot:
Die einen schneiden sie aufs Brot,
die anderen lieben sie sehr in Salaten,
wieder andere tun sie gerne braten
oder schälen und pürieren sie, basta,
für die Bolognesesosse ihrer Pasta,
manche schließlich schlürfen sie als Saft,
erstaunlich, was dieses Gemüse schafft.
So kann man jedermann nur raten:
Ehret und lobet die Tomaten.

Die Kartoffel,
komme da, was wolle,
ist und bleibt die tollste Knolle,
man kann nicht auf sie verzichten
als Beilage zu tausenden Gerichten.
Doch ist sie auch für sich ganz schlicht
immer wieder ein Gedicht,
das kann jeder jederzeit versuchen,
ob als Gratin oder als Reibekuchen
oder wenn man sie zum Hering pellt,
die Kartoffel ist in aller Welt
und selbst bei Kindern sehr beliebt,
vor allem, wenn es sie als Pommes gibt.

Ein Ei sieht dem anderen Ei gleich
Und doch: Mal ist es hart, mal ist es weich.
Mal ist es Spiegel und mal ist es Rühr,
das arme Ei kann nichts dafür,
daß man es in die Pfanne haut,
das ist zwar nicht besonders nett,
aber wenn man´ s gerne kaut,verdaut,
als Crepes suzette oder Omelett
im Frühling mal so nebenbei
als kunterbuntes Osterei,
dann ist es halt sein Lebenszweck.
Das Ei hat eben überall zu tun,
das weiss sogar das dumme Huhn,
kaum hat´s die Eier ausgebrütet,
sind sie auch schon weg.

Heisser Sommer – Oben ohne.
Zur Erfrischung gibt´s
-Melone,
Honig- oder Wasser-, freie Wahl.
Ganz egal,
ob die gelben oder grünen,
prächtig schmeckt der Saft von ihnen.
Eisgekühlt vor allem eine Wonne,
bei dieser Frucht lacht dir die Sonne.

Die Kürbisfrucht ist eine Wucht,
das ist wahr
und keineswegs zuviel der Ehr´,
denn manches
Kürbis-Exemplar
wird riesengroß und zentnerschwer.
Das Fruchtfleisch zwar
ist nicht nach jedermanns Geschmack,
doch was so mancher mag,
das sind die Kerne –
getrocknet knabbert man sie gerne.
Im Herbst verliert der Kürbis an Gewicht,
man höhlt ihn aus und schnitzt ihm ein Gesicht,
das hell erleuchtet wird von Kerzenlicht.
Sein freches Grinsen macht dann allerorts die Runde,
das nennt man Halloween und Geisterstunde.

Er bellt nicht und er beißt nicht,
dieser heisse Hund,
und wedelt auch nicht mit dem Schwanz.
Du steckst ihn einfach in den Mund,
nicht ganz,
sondern in kleinen Bissen.
Die leckere Wurst im Brötchenkissen
schmeckt Dir mit Ketchup, Senf und Sauerkraut.
Kaum hast Du ihn verdaut,
den Hot Dog, ach wie dumm,
ist Deine Mittagspause auch schon rum.

Sieh mal da, das sind
®adieschen.
Kriegst Du sie in die Finger,
die knackig-scharfen, roten kleinen Dinger,
fühlst Du Dich wie im Paradieschen.
Und mußt Du eines Tages aus dem Leben gehen,
dann kannst Du sie Dir sogar von unten besehen.

Warum ist die Banane krumm?
Die Frage ist nur allzu dumm
und lohnt nicht, sie zu klären.
Denn selbst, wenn die Bananen gerade wären,
würden wir die gelbe Frucht erwählen
und sie so liebe- und genußvoll schälen
wie jedes kleine Affenkind.
Woraus sich schließen läßt,
soviel steht fest,
daß wir die größten Affen sind.

Er darf in keiner guten Suppe fehlen,
man tut die Knolle sauber schälen
und schneidet sie mit wenig Mühe
in einen Topf Gemüsebrühe.
Oder man macht aus ihr Salat,
was Mann besonders gerne hat.
Ist Papa scharf auf Mama, frag nicht wie,
Liegt das bestimmt am
Sellerie.

Hummer
hat Kummer,
erst hält man ihn im engen Becken,
dann tut man ihn in kochend Wasser stecken,
weil der Mensch als Gourmet gemein ist.
Hummer hat Kummer,
würde er nur nicht so köstlich schmecken,
müßte er niemals qualvoll verrecken,
nur weil das bißchen Fleisch in ihm so fein ist.